Alpina Messer aus China – Alpen global

Freitag, 17. Februar 2017 9:00

Ist ein Fertighaus, das in Polen hergestellt wird, aber die Herkunft „Dänisch“ im Namen trägt, irreführend?

Ist ein Käse, der aus deutscher Kuhmilch hergestellt wird, und den Namen einer griechischen Insel trägt, irreführend?

Wer das bejaht, der wird auch bei Steakmessern aus China, die den Namen „Alpina“ tragen, zumindest etwas stutzen.

Beim Namen ist ja vieles möglich, und Alpina ist bei uns in Bayern recht geläufig, mit einem lockeren Alpenbezug. Bei der Verwendung der Schweizer Flagge sieht das schon anders aus. Ich wäre damit eher vorsichtig – aber wie man auf Packung und Produkt sehen kann, ist dann natürlich die Schweizerischheit arg reduziert. Und letztlich ist es so, wo kein Kläger, da kein Richter:

Alpina Messer

Alpina Messer

Alpina Messer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man muss zugeben, es kommt schon ein leichtes Schweizer Gefühl auf. Vielleicht stammen die Messer ja aus einer Bergregion in China, wo knorrige Messerschmiede in alter Tradition diese Messer zurechtdengeln – so wie das in der Schweiz sicher auch gemacht wird 😉

 

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Alpha-numerisch mal anders – Miele WTF

Dienstag, 24. Januar 2017 8:49

Für viele Dinge sind ja alphanumerische Bezeichnungen eine prima Lösung, insbesonders wenn es viele Modelle gibt, die oft abgelöst werden. Zusammen mit einer starken Marke ist das eine häufige und effiziente Strategie. Bei Miele bin ich im Prospekt des MediaMarktes allerdings auf eine kuriose Typenbezeichnung gestoßen:

 

Das Gerät hört auf den erstaunlich langen – und bemerkenswert witzigen Namen:
MIELE WTF 130 WPM D LW PWASH 2.0. Damit liegen sie in Länge und Humor definitiv vorn.

 

PS: Vermutlich handelt es sich um eine Altlast aus einer Zeit, als die englische Abkürzung noch nicht so allgegenwärtig war …

 

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Falke Socken – Teppich im Schuh

Mittwoch, 11. Januar 2017 9:48

Heute mal ganz was (heimelig) Altmodisches. Der Teppich im Schuh!

Falke Teppich im Schuh Banderole

 

Beim Sockenkauf fiel er mir auf, und er wurde ein feiner Kauf. Der Teppich im Schuh. Wie kam es dazu?

Kein Comfort und kein Comfortable, nur ein simpler Vergleich ist es, der bei dieser Namensfindung vor 50 Jahren gezogen wurde. Was ist wohlig, warm und angenehm, wenn man barfuß darauf geht oder steht? Parkett, Holzdielen und Fliesen kaum, da damals die Fußbodenheizung noch nicht flächendeckend eingeführt war. Aber den Teppich gab es schon. Und so liegt der Name nahe, um ein angenehm warmes Gefühl, das diese Socken bereiten, zu vermitteln: Der Teppich im Schuh.

Heute würde man wahrscheinlich von einer Technologie sprechen oder gar von Disruption – wenn schon, denn schon. Damals sahen das die Produktmanager etwas profaner und es war einfach eine besondere Produktqualität.

Eine Gratulation auf jeden Fall an Falke für 50 Jahre Teppich im Schuh!

Und hier noch die ganzen Socken:

Falke Teppich im Schuh Socken

 

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Trickreiche Alternative für Eiswein: Ice Royal Riesling

Montag, 19. Dezember 2016 8:15

Wer sich ein wenig mit der deutschen Weinnomenklatur auskennt, der weiß, dass das ein komplexes und auch sehr ernst genommenes Thema ist. Die meisten haben sicher schon von Qualitätsstufen wie Kabinett, Spätlese oder Auslese gehört. Ziemlich weit oben in der letzlich auch preislich gestaffelten Skala, da steht der Eiswein. Zusammen mit der Trockenbeerenauslese.

Die findige Norma, mein Lieblingsdiscounter, weil es dort auch viele erstaunliche fränkische Produkte gibt, hat sich nun etwas einfallen lassen. Ein Eiswein war wohl zu teuer fürs Sortiment, deshalb hat man einen „Quasi-Eiswein“ kreiert. Hier bekommt man einen Eindruck, erst mal das Prospektblatt vom 28.11.2016.

Eiswein Ice Royal Alternative bei Norma im Prospekt

 

Damit man es besser erkennen kann, hier noch der Ausschnitt des, wie er so schön heißt: Ice Royal Riesling. Da fährt jemand wohl haarscharf an der Grenze der korrekten Kennzeichnung. Die stilisierte Schneeflocke oder Eisblume tut ein Übriges …

 

 

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Neue Cloud-Software AXERA getauft und eingeführt

Donnerstag, 8. Dezember 2016 9:23

Herbstzeit, dunkle Zeit. Da kommt ein Lichtblick, nämlich ein realisiertes Projekt aus der eigenen Namenwerkstatt, gerade recht.

Die Haufe Gruppe hat gemeinsam mit dem Softwarehaus FIO SYSTEMS AG (spezialisiert auf webbasierte Software für Finanzen und Immobilienwirtschaft) ein neues Produkt auf den Markt gebracht – ein ERP-System in der Cloud für die Wohnungswirtschaft und Immobilienunternehmen.
Und so sieht das aus:

 

Nachdem bisher stationär installierte Anwendungen in der Immobilienwirtschaft vorherrschend waren, ist 2016 die Zeit reif: für eine rein webbasierte Lösung, die auf die Anforderungen von Wohnungs- wie auch Immobilienunternehmen zugeschnitten ist.

Der Name der neuen Marke Haufe-FIO axera nimmt im Segment der Immobilienlösungen eine besondere Position ein und trägt der herausragenden Innovativität der Lösung eindeutig Rechnung. Im primär kraftvoll und dynamisch wirkenden Namen ist die Thematik der Achsen und vielen Facetten, die aber alle zusammenhängen, leicht greifbar. Die Differenzierung zu den Wettbewerbsprodukten ist augenfällig, und die grafische Umsetzung belegt die perfekte Passung des „x“ als Schnittstelle.

Danke für die hervorragende Zusammenarbeit und viel Erfolg mit dem neuen Service!

Und alle, die ein größeres Immobilienportfolio managen müssen / dürfen oder sich einfach dafür interessieren, können auf www.axera.de vorbeischauen.

 

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Im Supermarkt in den USA Teil 3 – Optimierungsversprechen

Freitag, 25. November 2016 8:36

Die letzte Folge der Namen reflektiert einen bedeutenden Trend im Branding: Nachhaltigkeit und Ethik, sowie Selbstbezogenheit. Wichtige Fragen dabei sind: Ist etwas gut für mich? Ist gut für die Umwelt? Oder ganz generell, was macht ein Produkt mit mir? So sieht das konkret aus:

Klassisch der gesunden Yogawelt verpflichtet scheint der Name Bai, der aber noch ein konkretes Gesundheitsversprechen hinterherschiebt – Antioxidant Infusion. *

bai antioxidant infusion

 

Überhaupt fällt auf, dass Versprechen gegeben werden, bei denen man sofort an die europäische Health Claim Verordnung denken muss. So ist unzweifelhaft, was dieser Saft macht:

GoodBelly probiotics drink

 

Etwas subtiler und spannender ist da schon ein Namen bzw. ein Produkt, dessen Effekt eher auf Autosuggestion denn den konkreten Produkteigenschaften zu beruhen scheint:

thinkThin High Protein Bar

 

In einer Ecke mit den unschuldigen und ehrlichen Namen darf auch der folgende stehen, denn das Motto ist klar und hat schon etwas von einem Positivismus-Rundumschlag:

KIND Healthy Grains Bar

KIND Healthy Grains Bar

 

Kind ist schon ganz gut, aber es geht noch mehr. Viel mehr. Manchem mag es etwas übersteigert erscheinen, doch diese Schokolade kann quasi mit Gottesnähe punkten:

Sacred Chocolate

 

* Eigentlich wollte ich ja nur aus Sicht des Nichtintimkenners kommentieren, aber woher BAI kommt, hat mich dann doch interessiert. Auf der Website von BAI heißt es dazu: „Bai is the Mandarin Chinese word for ‚pure‘. It’s also an acronym for ‚botanical antioxidant infusions‘.“ Wenn’s jetzt noch nicht wirkt, weiß ich auch nicht weiter.

 

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Im Supermarkt in den USA Teil 2 – „Exotische“ Sprachspuren

Donnerstag, 17. November 2016 11:14

Für einen Deutschen auf Produktpirsch in den USA sind natürlich deutsche Namen oder zumindest Sprachspuren ein spannendes Ziel. Was tut sich da im US Product Naming? Wie schon zu erwarten war, ist die Ausbeute nicht gewaltig. Fündig wurde ich in einem sehr naheliegenden Segment, die Rede ist vom urdeutschen Kompetenzfeld „Bier“.

Bei Trader Joe’s, dem Laden mit der erstaunlichen Käseauswahl, finden sich verschiedene Sorten der hauseigenen Marke „Josephsbrau“. Sogar ein Radler ist dabei:

Josephsbrau Heller Bock bei Trader Joe's

Josephsbrau PLZNR at Trader Joe'sJosephsbrau Radler at Trader Joe's

 

In der Berkeley Bowl fand ich einen erstaunlichen deutschen Käse. Wer kennt ihn oder ist ihm schon mal begegnet, dem gelben Käse mit dem freundlichen Namen „Danke“?

Danke cheese Germany

 

Ganz wichtig als Exotikzeichen sind die Umlaute, die aber nicht exklusiv für Deutschsein stehen – außer bei Über Orange:

 

Lärabar Fruit & Nut Food Bar

 

zürsun idaho heirloom legume

 

 

Noch etwas für alle, die meinen, eine Messermarke wie „Dick“ wäre nichts für den amerikanischen Markt. Die können recht gut differenzieren. Außerdem wollen wir doch nicht, dass sich alle Richards neue Kosenamen suchen müssen, oder? Und genauso wenig müssen das die Fannys 😉

 

Nachdem wir jetzt schon die leichten Wortmodifikationen und das Feld Umlaute und Deutsch angeschaut haben, kommt als nächstes eine botschaftsorientierte Sammlung: optimierte Produkte für optimierte Menschen.

 

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Im Supermarkt in den USA Teil 1 – Auffällige Namen

Montag, 14. November 2016 11:03

Beim Besuch in Portland und bei meiner Partneragentur Catchword in Oakland standen natürlich auch ausgiebige Exkursionen in die dortigen Supermärkte auf dem Programm – Whole Foods, Berkeley Bowl, Safeway, Trader Joe’s, und noch einige mehr. Dabei fallen viele Aspekte auf: erstaunlich hohe Preise für ausgewählte Lebensmittel, herausragend ästhetische Verpackungen (natürlich nicht bei den billigen Sachen), sowie oftmals recht spielerische Namen, die nur auf leichten Variationen der englischen Kernbegriffe beruhen. Hier ein paar Beispiele:

Ein Name mit Yogaanmutung, entsprechend diszipliniert haben sich die Cerealien gestapelt:

Ein Name mit Yogaanmutung, entsprechend diszipliniert haben sich die Cerealien gestapelt.

 

Ob hier noch ein großer Sinn dahintersteckt? Egal, es klingt spritzig frisch:

Ob hier noch ein großer Sinn dahintersteckt? Egal, es klingt spritzig frisch.

 

Die Verwandtschaft mit „chocolate“ ist kaum zu leugnen:

Die Verwandtschaft mit „chocolate“ ist kaum zu leugnen.

 

Was hier genau passiert ist? Hm, vielleicht eine Art „Häagen Dasz“? Ein verlorenes „c“? Oder beides?

stok cold brew coffee

 

Auf jeden Fall wird aus „skin“ ganz fix „skyn“ – allerdings eher in der non-Food Ecke:

... und aus „skin“ wird „skyn“ - allerdings eher in der non-Food Ecke

 

Und auch ziemlich naheliegend wird bei einem Getränk aus „sip“ einfach „sipp“. Voilá:

Ganz einfach, ziemlich naheliegend wird bei einem Getränk aus „sip“ wird „sipp“

 

Farben für die Früchte – warum nicht?

Farben für die Früchte - warum nicht?

Wie kann man das zusammenfassen? Die Produktvielfalt ist in manchen Marktsegmenten überwältigend. Die Differenzierung wird sehr stark über Packaging gelöst – unglaublich viele hochwertige und wirklich schön gemachte Verpackungen – aber auch über Namen. Bald geht’s weiter.

 

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Endlich: Besuch bei Catchword in Oakland

Montag, 7. November 2016 9:45

Endlich war es so weit: Besuch bei meiner Partneragentur Catchword in Oakland, Kalifornien. Es waren vier sehr angenehme und produktive Tage des Austauschs und der Planung unserer weiteren Zusammenarbeit. Natürlich waren auch ausgiebige Supermarktbesuche angesetzt, deren Ergebnisse in den nächsten Beiträgen dargestellt werden. DANKE für die Gastfreundlichkeit und die grandiose Zeit, hoffentlich auf bald in München!

catchword team visit werner brandl

Werner, Maria, Erin, Kristen, Tamar bei Catchword in Downtown Oakland, CA

Und hier die Übersetzung:

Finally, it happened: I visited my partner agency Catchword in Oakland, California. We enjoyed four very pleasant and productive days of exchange and planned our further collaboration. Of course, there were also extensive supermarket visits, the results of which are to be presented in the next blog articles. THANK YOU for your hospitality and a really great time, hopefully see you soon in Munich!

 

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Vorlagen auf www.wix.com

Freitag, 23. September 2016 13:41

Fremdsprachliche Fehlbedeutungen sollten sehr vorsichtig bewertet werden. Die Frage, ob ein Desaster vorliegt oder etwas Vernachlässigbares ist oft gar nicht so einfach zu beantworten. Insbesondere wenn Produkte nur auf ihren Heimatmärkten verkauft werden, wie z.B. der Nissan Laputa in Japan, ist Kritik nicht immer angebracht, selbst wenn es bessere Lösungen geben mag. Auch der legendäre Pajero kann kaum als dramatische Illustration dienen, zumal er ja nie in Spanien mit diesem Namen auf den Markt gebracht wurde, sondern der Name vorher geändert wurde. Leider wird das nie erwähnt und so geistert der Pajero als mahnende Ikone durch Bücher, Artikel, das Netz, und sogar den Volksmund.

Durchaus problematisch ist meiner Meinung nach das Beispiel von Wix. Das Geschäftsmodell von Wix sind Hosting und Homepage-Baukästen – auf dem Screenshot kannn man die online Infos zu einer Seite sehen, die noch nicht freigeschaltet ist. Dabei sieht man auch, dass im Zusammenhang mit wix.com entsprechende Vorlagen angeboten werden. Leider ist das alles aber völlig unsexuell, also zum Deutsch verstandenen Namen letztlich nicht passend.

 

Wix Screenshot

Das Web reicht natürlich über Landesgrenzen hinweg, und so hat sich das israelstämmige WIX mit diesem Namen für die Vermarktung in Deutschland keinen Gefallen getan. Eigentlich schade, denn einfach sind Drei-Buchstaben-Domains ja nun auch nicht zu bekommen.

 

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