Daheim Arbeiten in der Welt

Alle sind daheim. Dahoam. At home.
In Deutschland sitzen ganz viele nicht mehr im Office in der Firma, sondern im Home-Office.

Home Office in der Küche

Da viele auf der ganzen Welt daheim arbeiten, möchte man wissen: Wo sitzen die? Sitzen die auch in einem Home Office? Oder in ganz was anderem. Also, schauen wir uns das mal an. Früher, als das noch visionär war, und nicht eine Notlösung im Notfall, da sprach man ja noch von Telearbeit. Unsere engsten Nachbarn, die Österreicher, unterscheiden sich da nicht groß von uns.

Die Franzosen dagegen pflegen ihre télétravail. Also die Arbeit aus der Ferne.

In Italien ist man vom früher üblichen telelavoro etwas abgekommen. Heute hat man etwas vielversprechenderes, nämlich smart working / smart work. Wie smart das Ganze praktisch ist, ist etwas anderes. Der Begriff steht wohl primär für ein Versprechen.

In Spanien ist es ähnlich wie früher in Italien – teletrabajdo bzw. das Verb teletrabajar steht für die Arbeit von zu Hause aus. Im Bemühen, die aktuelle Situation humorvoll etwas aufzumöbeln, sind jetzt viele Wörter mit dem Präfix „tele“ dazugekommen. Wie es meine Quelle Nuria ausdrückt:
„Nowadays we are ‚tele-profesores‘ or ‚tele-maestros‘ (remote-teachers), ‚tele-amigos‘ (best friends at distance), ‚tele-familia‘, ‚tele-estudiantes’…. a lot of words have received the prefix ‚tele‘ to give a touch of humour to the current situation.“

In Tschechien ist es etwas anders. Man hat das Heimbüro dort eingeführt: domácí kancelář. Früher gab es auch noch práce na dálku, also die Arbeit aus der Ferne, aber die Zeiten sind vorbei. Ach so, noch eine nette Ergänzung: Kurzarbeit heißt auf tschechisch übrigens kurzarbeit. Offensichtlich ein deutscher Exportschlager.

Im Nachbarland Polen ist es ähnlich – es gibt die Fernarbeit praca zdalna. Ein deutscher Einfluss macht sich aber bemerkbar, denn auch das homeoffice hat mittlerweile Einzug gehalten.

Gehen wir nun nach Großbritannien, wo die Leute ja Englisch sprechen. Nur arbeiten die Leute dort nicht im Home-Office und auch nicht im Home Office. Na ja, manche schon, nämlich die im Innenministerium. Die anderen sind beim remote working oder working from home. Also Fernarbeit oder Arbeit von daheim. Schon lustig, dass das Englische, dem oft nachgesagt wird, es könnte alles so kurz und knapp ausdrücken (viel mehr als das Deutsche), das hier nicht tut.

In den USA verwendet man ähnliche Begriffe. Alle sagen work at home, wobei die Amerikaner sich oft an der Länge des Begriffs stören. Für die Ungeduldigen und Schnellen ist dementsprechend WFH eingeführt worden. Was durchaus eine lustige Ähnlichkeit zu WTF aufweist 😉 Früher, also vor der Krise, gab es auch noch den Begriff telecommuting, der kurios ist – deklarierte man damit offensichtlich ja  jeden Weg ins Büro als Pendeln.

Nun schauen wir noch mal im deutschen Home-Office rein. Es klingt für viele weltläufiger als Büro daheim, Arbeit von zu Hause oder Heimbüro. Wobei der Witz am Büro ja war, dass man ungestört in anderem Lebenskontext arbeiten kann. Das nobel klingende Office ist in der Wirklichkeit daheim aber nur ein Schlafzimmer oder eine belebte Küche. Da hat dann der frühere Begriff der Heimarbeit etwas ehrlicheres und echteres an sich. Was sicher auch sein Problem ist …

 

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