Serviceplan Facit – Die Made der Innovation. Greislich.

Deutsch und Englisch – wann was?

Auf einer Tagung. Stände verschiedener Dienstleister sind aufgebaut. Marktforscher, Verleger, Personalvermittler. Auf einem der Stände liegen lustige Flyer aus. Darauf steht: Made der Innovationstreiber. Nicht so richtig anziehend. Da ich berufsbedingt notorisch neugierig bin und gerne analysiere, habe ich natürlich gleich die Auflösung im Kopf: eine quasi subkutane Analysemethode, die das Innerste herausarbeitet und dann am Ende die Verwandlung in eine perfekte Innovation. Zugegeben, man muss sich schon etwas bemühen, um auf eine solche Auflösung zu kommen.

Der Abgleich mit den Unternehmensbotschafterinnen von Facit offenbart dann eine viel unspektakulärere Auflösung, und viel weniger Wagemut als vielmehr eigenwillige Kommunikation: Man muss es anders lesen. „Made“ ist nicht Deutsch, sondern Englisch, „der Innovationstreiber“ ist natürlich Deutsch. Warum man der kleinen Made dann nicht wenigstens ein Komma zur Abgrenzung spendiert hat, bleibt wohl das Geheimnis der Verantwortlichen.

Es spricht natürlich nichts dagegen, englische Begriffe auch in deutschem Sprachkontext zu verwenden, aber eine verständliche Kommunikation ist auch heute immer noch sinnvoll. Finde zumindest ich.

 

PS: Geht es nicht auch eigentlich um „make“ statt „made“?

PPS: Wer sich besonders für Claims und Slogans interessiert – hier lang.

Beweis gefunden: Namen wirken und machen den Unterschied I

Was haben wir nicht alles der Forschung zu verdanken – nun sogar den Beweis, dass Namen einen Unterschied machen. Es war ja weitflächig in der Presse, dass Kinder laut einer amerikanischen Studie Gemüse bzw. Rohkost lieber essen als das traditionell generisch benannte, dass also z.B. „Power Punch Broccoli“ besser ankommt als „Broccoli“. Schön.

Ohne Studiendesign und Methodik genauer zu kennen und insbesondere ohne Wissen über die Langzeitwirkung möchte ich deshalb das Augenmerk auf einen ganz anderen Aspekt legen: Die Anregung für die Studie scheint eins zu eins aus den erfolgreichen Charlie & Lola Filmen bzw. Büchern übernommen worden zu sein, wo Charlie seiner Schwester diverse Lebensmittel mit Hilfe sehr netter neuer Namen schmackhaft macht.

So nennt Charlie die Fischstäbchen eben nicht mehr „fish fingers“, sondern „ocean nibbles from under the sea“, die Gelberüben heißen nicht mehr „carrots“, sondern, „orange twiglets from Jupiter“, Erbsen sind nicht „peas“, sondern „green drops from greenland“. Hier können Sie sich selbst ein Bild machen (ist übrigens lustig!):

– Nachtrag Dezember 2012: An dieser Stelle war der Videokasten. Das Video wurde leider aus Youtube entfernt und war so nicht mehr zugänglich. –

Mal ganz ehrlich: Wen überrascht es, dass attraktive, spannende, ungewöhnliche, ungewohnte Namen für völlig bekannte und vertraute Dinge Neugierde wecken und auch das Verhalten beeinflussen? Bitter wäre es andersherum.

 

Hallo neue Marke: „girogo“ – schnell und sicher bezahlen.

Aus der Werkstatt der Namensagentur: Neuer Name für kontaktlose Bezahlfunktion der Öffentlichkeit vorgestellt:

girogo Bezahlsystem - Name und Logo

Jetzt ist sie da: die neue kontaktlose elektronische Bezahlfunktion zur Verwendung auf Girokarten bzw. Smart Cards allgemein. In einem großflächigen Pilotprojekt wird die neue kontaktlose Bezahlfunktion ein Jahr lang bei über einer Million Verwendern getestet. Die neue Funktion girogo bietet eine attraktive und zukunftsweisende Option im Kleingeldbereich bis zu 20 Euro: kein Stecken der Karte mehr, kein Unterschreiben, einfach fix bezahlen.

Für die Kunden ist der Vorteil der neuen Bezahlfunktion schnell erlebbar: es muss nicht nach Kleingeld und auch nicht nach Karten gesucht werden, einfach die Karte an den Leser halten und fertig. So ergeben sich deutlich schnellere Bezahlvorgänge und kürzere Wartezeiten an der Kasse. Für die Geschäfte, die girogo akzeptieren, sind noch weitere Vorteile von Bedeutung: reduziertes Kleingeldaufkommen, das hohe Bewirtschaftungskosten verursacht sowie insgesamt geringere Ausgaben für das Bargeldhandling.

Der Name girogo, ein Projekt der Namensentwicklung Werner Brandl, integriert das Thema Zahlungsverkehr genauso wie die erhöhte Geschwindigkeit bzw. die Dynamik bei der Zahlung, was das charakteristische Merkmal im Gegensatz zu Steckkarten ist. Auch harmoniert der Name mit dem geläufigen Begriff „girocard“, kann aber genauso alleine stehen. Klar und zukunftssicher.

Vielen Dank für das Bild an die EURO Kartensysteme in Frankfurt!

 

Namensfindung Versicherung: Neu, selbst erklärend und attraktiv

Vor gut einem Jahr kam ein Kunde auf mich zu, der einen Namen für ein neues Finanzprodukt suchte. Den Kunden kannte ich gut, die Versicherungskammer Bayern. Das Produkt nicht, es war ja auch eine Innovation. Wesen und Nutzen waren allerdings klar.

Ein gutes Jahr später ist die neue Kapitalversicherung, die besonders für das steueroptimierte Vererben größerer Beträge geeignet ist, auf dem Markt. Unter dem Produktnamen „GenerationenDepot“. Muss man nicht viel erklären, oder? Die Namensfindung war nicht einfach gewesen, denn der Name sollte ja nicht nur attraktiv und selbst erklärend sein. Die Domains sollten auch frei sein. Voilà.

Neuer Produktname: Selbst erklärend und attraktiv - Versicherung
Vielen Dank für das Bildmaterial an die VKB!

Hier geht’s zum Produkt bei der Versicherungskammer.
Und hier zu einer detaillierteren Projektvorstellung bei der Namensagentur.