Launch: Technologie „vitalsphere“ von Frequentis

2015 war wieder eine Reise nach Wien angesagt: Naming-Workshop für die Frequentis, den Weltmarktführer für sicherheitskritische Kommunikationslösungen – z.B. für den Flugverkehr. Neben einigen Präzisierungen am Marketingkonzept erarbeitetenwir als Namensexperten zusammen mit den Mitarbeitern der Frequentis den Namen für die ATM Networks.

Ergebnis der kreativen Übungen und vielfältigen Bewertungsrunden ist der Markenname vitalsphere. Die Datennetze, die unter der neuen Technologiemarke dieses Namens vermarktet werden, bieten ein Höchstmaß an Sicherheit und End-to-End-Performance, die in konventionellen Netzen nie verfügbar ist. Durch spezielle Brokerage-Services können die Kosten für den Betrieb zudem deutlich gesenkt werden.

Zu den Services im Portfolio von vitalsphere gehören Netzwerkdesign, Netzwerkintegration, intelligentes Routing, Netzwerkbetrieb, Netzwerkmanagement und Sicherheitskonzepte.

Vitalsphere ATM-grade Netzwerk von Frequentis
Alle technisch Interessierten finden mehr direkt auf den Seiten der Frequentis.

 

Winter, so geht das nicht. Eine Umbenennung.

Hier im Süden der Republik gibt es einige Wehmut und auch Trauer darüber, was aus dem guten alten Winter geworden ist. Wie schön war das doch früher – überall Schnee, ein Leben auf dem Schlitten, mit Skiern ins Bett, Dauereislauf auf dem Chiemsee. Das ist jetzt alles anders, der Januar erinnert eher an einen Herling oder Frübst, die Pflanzen werden noch ganz verrückt und das weiße Wiesel hat ein Problem. Da muss was gemacht werden – eine Umbenennung steht an. Der Winter bekommt jetzt eine neue Version. Hier die Liste der populärsten:

Winter 2.0 Neue Version, neue Bugs
Winter Update Das nächste Update macht alles besser
Winter Light 70% weniger Schnee, 50% weniger Kälte
Winter remixed Mit total innovativen Einflüssen von Herbst und Frühling
Winter plus Der bessere Winter – mit noch weniger Kälte
Winter minus Klingt kalt, aber wir ziehen die Kälte ab
Smart Winter Genau so kalt, dass die S-Bahn noch fahren kann
Winter Pro Klingt leider nach mehr, als es letztlich ist
Winter Basic Ein Mal Schnee – das muss reichen

 

Als Erinnerungshilfe zum Winter Classic, den es sonst nur im Kopf gibt:

Fahrrad im Schnee

 

Problemzone Domain beim Naming: Qual der Wahl?

Wenn man für einen Kunden einen Namen sucht, und dieser hat spezifiziert, dass er die .com Domain dazu (unbedingt) haben möchte, so stellt sich immer wieder die Frage, ob der Aufwand für einen guten freien Namen tatsächlich sinnvoll ist, oder ob man ausweichen soll.

Viele .com Domains werden zum Verkauf angeboten. Wer selbst schon eine kaufen wollte, weiß aber, dass es oft wenig Aussicht gibt, eine solche Domain zu einem auch nur annähernd erträglichen Preis zu erwerben. Eine andere geläufige Alternative ist, den Namen um ein einfaches Element zu ergänzen und so eine verfügbare .com-Domain zu kreieren. Allerdings verlängert dies die URL …

Eine weitere Lösung ist es, eine der Top-Level-Domains auf Basis generischer Begriffe zu registrieren. Deren Bandbreite ist mittlerweile sehr groß und nimmt fortlaufend zu. Eine kleine Auswahl aus mehr als 500 möglichen Domainendungen:

Top Level Domains - Alternative URLs

 

Es gibt dabei einige Aspekte zu berücksichtigen. Besonders wesentlich sind folgende Fragen für das Naming:

  • Ist die (meist englischsprachige) Top Level Domain attraktiv für Ihre Märkte und Zielgruppen?
  • Ist die Domain für Ihre Kunden einfach mit Ihrem Unternehmen / Ihrer Marke zu verknüpfen und gut merkfähig?
  • Deckt die Domain die wesentlichen Facetten Ihrer Marke / Ihres Unternehmens jetzt und zukünftig ab?

Nicht zu vergessen: Was ist der Preis für Ihre Wunsch-Domain, und wird sie gekauft oder gemietet? Auch hier gilt wie immer: genau hinschauen. Oder reden Sie mal mit mir.

 

PS: Nicht alle Endungen sind erfolgreich und geeignet, wie das Beispiel .sucks illustrieren mag. Momentan 38 Treffer erhält man auf der Suche nach online zugänglichen, genutzten Domains, wobei immer noch einige Dubletten enthalten sind. Und nimmt man die übersprungenen (offensichtlich analogen) Ergebnisse dazu, kommt man auch nur auf 765 Treffer.

 

Herbstzeit, Pilzzeit: Die schönsten Pilznamen

In wenigen Bereichen gibt es so sprechende und aussagekräftige, gleichzeitig aber fast lyrisch klingende Namen wie im Reich der Pilze. Grund genug, einmal die (meiner Meinung nach) zehn schönsten, beeindruckendsten und farbenfrohesten herauszusuchen. Voila:

  • Harziger Sägeblättling
  • Saitenstielieger Knoblauchschwindling
  • Scharfer Korkstacheling
  • Zinnoberroter Prachtbecherling
  • Bärtiger Ritterling
  • Behangener Faserling
  • Orangefuchsiger Rauhkopf
  • Gewimperter Erdstern
  • Geweihförmige Holzkeule
  • Himbeerrote Hundsrute
  • Fleckender Schmierling
  • Ockerbraunes Samthäubchen
  • Stinkende Lederkoralle
  • Kopfige Kernkeule
  • Knopfstieliger Rübling

Jetzt sagen Sie vielleicht, naja, mit Adjektiv ist das ja einfach. Aber geht das auch ohne Adjektiv? Natürlich, hier ein paar besondere Prachtexemplare:

  • Krönchenträuschling
  • Klapperschwamm
  • Juchtenellerling
  • Muschelkrempling
  • Mehlräsling
  • Elfenbeinschneckling
  • Glocken-Düngerling
  • Eierwulstling
  • Apfeltäubling
  • Anemonenbecherling

Wer mehr Zeit und Muße hat, kann die Pilze einfach nach der Vorstellung aufgrund der Namen malen. Sicher ein lohnendes Vorhaben. Hier noch ein wunderschönes Exemplar eines Baumpilzes, der leider noch nicht identifiziert ist:

Baumpilz im Herbst, weiß, namenlos
Baumpilz auf toter Kiefer an der Isar, © Werner Brandl

Irreführende Namen: Neue Dimensionen des Verbraucherschutzes

In der Süddeutschen, und sicher auch in anderen Medien war vor ein paar Tagen ein Bericht über die Deutsche Verbraucherweste. Sie fragen vielleicht: Hä? Deutsche Verbraucherweste? Was soll das sein? Geht es da um die Schutzwesten, die jeder in Deutschland im Kofferraum haben muss?

Ehrlich gesagt ist der Name ziemlich originell, die Namensstrategie ist erstaunlich. Er hat wohl irgendetwas mit einer Schutzweste zu tun, aber wirklich nur am Rande. Unter diesem Namen wird Menschen angeboten, dass sie aus dem Verteiler der Telefonterroristen gelöscht und keine unerwünschten Werbeanrufe mehr erhalten würden. Dafür zahlen die Menschen dann eine Servicegebühr. Dumm nur, dass es keinen Effekt gibt.

So weit, so schlecht. Was uns besonders interessiert – das ist natürlich diese Weste. Ein eigenartiger Name, fremd, ungewohnt, schlichtweg unpassend. Aber er scheint bei einigen Leuten positiv wahrgenommen zu werden, die (in ihrer Verzweiflung) auf das Angebot eingehen und sich teilweise eben hinterher beschweren. So etwas hinterlässt den Namensexperten allerdings etwas ratlos. Ich hätte diesen Namen eher für einen Scherz gehalten.

Und da es nicht grotesk genug sein kann, hier noch ein paar Naming-Vorschläge für die Nachahmer oder die Umfirmierer. Bitte bedienen Sie sich:

Deutsche Verbraucherweste Alternativnamen

Und außerhalb davon, da zu sinnvoll:

Verbraucherweste Alternativname kreativer Vorschlag

Wohl bekomm’s!

 

Lieber extravagant als irrelevant – Kooperation Nomos – Roeckl

Nomos & Roeckl bleiben bei den ungewöhnlichen Pflanzennamen.

Schon vor einigen Jahren hat Nomos ein unglaubliches Namenssystem für Sondermodelle der Damenarmbanduhr „Tetra“ gemacht. Die 16 tuchmatten Farben der Zifferblätter waren an das Aussehen von kleinen, wilden Blütenpflanzen angelehnt. So kam es zu wunderschönen deutschen Modellbezeichnungen (Chapeau den Namenserfindern!). Eine kleine Auswahl davon:

Jelängerjelieber, Tausendschön, Maßliebchen,
Hasenohr, Sumpfkratzdistel, Bärenfuß,
Flohkraut, Knabenkraut etc.

Im Sommer wurde diese Tradition wiederbelebt, und jetzt ist schon Herbst, aber thematisch passt es hier sehr gut. In einer Kooperation mit dem Münchener Handschuhhersteller Roeckl wurden Sets von Uhr und Handschuh entwickelt, die wieder sehr bemerkenswerte Namen tragen. Nomos formuliert es so: „Mit der Serie Tetra + Uhren in den Farben von Pilzen und Beeren, und Handschuhen in den gleichen Tönen verbeugen sie sich ein wenig vor der Manufakturkunst des anderen – und küssen ihren gemeinsamen Kundinnen rechts und links die Hand.“ Allerdings auch dieses Mal nur für Damen – warum eigentlich nicht auch für Herren?

Nomos Tetra Uhren und Handschuhe mit ungewöhnlichen Namen
Auswahl der Nomos Tetra Uhren und Handschuhe, © Nomos

So heißen die vier neuen Sondermodelle Burgundertrüffel, Erzgebirgsperle, Mäusedorn und Blasser Zonenmilchling. Produktnamen, die auffallen, erstaunen, berühren, Bilder wachrufen, und in Erinnerung bleiben.

Die Erklärung von Nomos hierzu:
„Diese vier Uhren der neuen Serie Tetra + gibt es samt Roeckl-Handschuhen zum Preis von 1.200 respektive 1.340 Euro im September im ausgesuchten Uhrenfachhandel. Woher der Unterschied kommt? Modell Burgundertrüffel und Modell Mäusedorn besitzen noch ein kleines Extra: Sie zeigen die hochfeinen Manufakturkaliber, die in ihnen ticken – durch einen Saphirglasboden. Blasser Zonenmilchling und Erzgebirgsperle hingegen kommen etwas schüchterner daher, mit Stahlboden. Wunderschön sind sie alle vier.“ Wer mehr wissen möchte – hier geht’s zu Nomos, und hier zu Röckl.

Uhr von Nomos und Handschuh von Röckl in Anwendungssituation
Uhr und Handschuh in Anwendungssituation, © Nomos