Gemeinsam geht’s besser – wenn Kunstwerke sprechen

Auch die Namen von Kunstwerken, Skulpturen und Plastiken sind natürlich – Namen, und gehören damit ins Blog. In Blaubeuren kann man ein kleines Denkmal für die Errichtung der famosen Mehrzweckhalle sehen. Für mich ist von vorn bis hinten rätselhaft wie hier Name und Ding zusammenpassen, denn es trägt den Titel „Gemeinsam geht’s besser“: „Gemeinsam geht’s besser – wenn Kunstwerke sprechen“ weiterlesen

Deutsche Markennamen: Deutsh is coming home

Der Reiz von fremdsprachlichen Namen ist ein echter Dauerbrenner im Namensgeschäft. In Deutschland ist natürlich das Englische als Spendersprache besonders prominent. So klingen simple Begriffe im Englischen angeblich „einfach besser“ als im Deutschen, sei es als Übersetzung oder Lehnbildung. Oft wird es freilich lächerlich, so wie bei „Soccer Cups“ an Münchner Grundschulen.

Deutsche Namen haben es in Deutschland nicht immer leicht, „Deutsche Markennamen: Deutsh is coming home“ weiterlesen

Täuschung trotz Nüchternheit: Irreführender Wein bei Netto

Selten kann man die Absichten und Folgen der Namenswahl so schön erkennen wie bei Grenzgängen und Verletzungen. Bestes Beispiel ist ein Wein, der diese Woche bei Netto im Angebot ist: ein Grosses Gewächs zu 9,99 Euro. Für die Nichtweinafficionados, das ist so als bekäme man einen Champagner für 6,99 Euro, also eigenartig billig.

Kenner werden stutzen – wie geht das, ein GG zu diesem Preis? „Täuschung trotz Nüchternheit: Irreführender Wein bei Netto“ weiterlesen

Birkenzucker – Wie ehrlich muss ein Name sein?

Gerade bei Lebensmitteln immer ein spannendes Thema ist die kreative Namensgebung für mehr Attraktivität. Manchmal könnte man es auch Irreführung nennen. Aufmerksame Leser erinnern sich an die hier vorgestellten Feldnüsse. Weil wir aber gerade beim Thema „kreative Gedankenlenkung“ sind. Haben Sie schon mal von Birkenzucker gehört? „Birkenzucker – Wie ehrlich muss ein Name sein?“ weiterlesen

Analogien im Namen? Vegetarische Wurst / veganer Käse

Ehrlichkeit ist wichtig. Viele schreiben sich diese auf die Fahne. Doch wie ehrlich müssen Namen sein?

Jeder aufmerksame Beobachter des Tagesgeschehens hat sicher mitbekommen, dass es eine gerichtliche Entscheidung gab zum großen Komplex vegetarischer oder veganer Produkte, die tierhaltige imitieren. Es lag natürlich nahe, diese einfach mit „vegetarische Lyoner“ oder „veganer Mozzarella“ zu bezeichnen. Dass die Produkte manchmal weder in Textur noch in Geschmack mit dem Original zu verwechseln waren ist wieder eine andere Sache. Zur Besänftigung des Landwirtschaftsministers (der übrigens nicht nur die Tierhalter vertritt) hat es aber leider nicht beigetragen.

Worum ging es überhaupt bei dem Streit? Details kann man zum Beispiel im Artikel des Tagesspiegels zu veganem Käse nachlesen, aber in aller Kürze: Es galt zu entscheiden, ob Begriffe wie Wurst und Käse bei Produkten ohne Fleisch und ohne Milch irreführend sind – weil der Verbraucher ein Produkt mit anderen Inhaltsstoffen erhält, als er erwartet. Also statt totem Tier nur verarbeitetes Soja oder statt echter Kuhmilch nur eine milchige Flüssigkeit auf Basis von Wasser und Hafer.

Das oberste Gericht, der EuGH, hat entschieden, dass die Ohneprodukte natürlich verkauft werden können. Dann aber ohne die etablierten Bezeichnungen der Mitprodukte zu verwenden. Über den Sinn des Urteils (und natürlich den Hintergrund der Klage), die Rolle der Kokosmilch und des Fruchtfleisches kann man lange diskutieren und lamentieren. Darum geht es mir aber gar nicht. Für mich entscheidend sind folgende Punkte:

Dies ist die Chance für alle kopierten Leberkäse, Schnitzel und Leberwürste ein eigenes Leben zu beginnen – unter eigenen Namen. Nicht mehr abhängig vom Fleisch. Und egal wie man zum Urteil und seiner globalen Sinnhaftigkeit stehen mag. Der Gedanke, dass ein Veganer keinen Käse mehr essen muss und ein Vegetarier keinen Leberkäse mehr, irgendwie ist das doch auch schön. Das Rennen um die besten neuen Kategorien und Bezeichnungen ist eröffnet! Alte Zöpfe ab, neue Namen rein.

Man kann die Sache aber auch anders lösen, durchaus kreativ, auf jeden Fall aber sehr pragmatisch und einfach. So wie Heirler das gemacht hat:

Heirler vegane Wurst „wie Lyoner“
© Heirler Cenovis GmbH

 

 

USA Forever: Mehrdeutigkeit und Missverständnis

Was denkt man als Deutscher, wenn man einen Brief mit solchen Briefmarken bekommt?

Briefumschlag mit USA Forever Briefmarken frankiert

USA Forever Briefmarken Nahaufnahme

Als deutscher Laie denkt man sich halt, die USA, das sind schon so welche. An Selbstbewusstsein fehlts da echt nicht. Und ganz still bei sich „Deutschland in alle Ewigkeit klänge wohl irgendwie eigenartig“. Also, warum steht da „USA Forever“ auf den Briefmarken?

Die Nachfrage bei der Absenderin ergab ein äußerst kurioses Ergebnis. Es handle sich hier nicht um besonders patriotische Briefmarken, sondern einfach um sogenannte „forever stamps“. Egal wie das Porto sich verändert, man kann sie immer verwenden. Das wäre natürlich auch eine tolle Innovation für die Deutsche Post und würde die jährlichen Portoerhöhungen leichter handhabbar machen.

Nach einer Weile kam dann aber noch einmal eine Botschaft aus den USA mit der Ergänzung „so habe ich das noch nie betrachtet, aber wenn man es in Kombination mit der wehenden Flagge sieht, dann kommt das schon äußerst patriotisch und nationalistisch rüber“.

So hat jedes Ding zwei Seiten. Und Bedeutungen haben noch viel mehr. Manchmal auch die eines Missverständnisses.

 

PS: Hier noch ein paar Infos zu den Forever Stamps und eine Auswahl der US Post. Da habe ich wohl das missverständlichste Modell bekommen.

Irreführend: Alpina Messer, die aus China kommen

Ist ein Fertighaus, das in Polen hergestellt wird, aber die Herkunft „Dänisch“ im Namen trägt, irreführend?

Ist ein Käse, der aus deutscher Kuhmilch hergestellt wird, und den Namen einer griechischen Insel trägt, irreführend?

Wer das bejaht, der wird auch bei Steakmessern aus China, die den Namen „Alpina“ tragen, zumindest etwas stutzen.

Beim Namen ist ja vieles möglich, und Alpina ist bei uns in Bayern recht geläufig, mit einem lockeren Alpenbezug. Bei der Verwendung der Schweizer Flagge sieht das schon anders aus. Ich wäre damit eher vorsichtig – aber wie man auf Packung und Produkt sehen kann, ist dann natürlich die Schweizerischheit arg reduziert. Und letztlich ist es so, wo kein Kläger, da kein Richter:

Packung der Alpina Steakmesser, 2 Stück

Details der Alpina Messer: Namensaufdruck + Schild

Man muss zugeben, es kommt schon ein leichtes Schweizer Gefühl auf. Vielleicht stammen die Messer ja aus einer Bergregion in China, wo knorrige Messerschmiede in alter Tradition diese Messer zurechtdengeln – so wie das in der Schweiz sicher auch gemacht wird 😉

Trickreiche Alternative für Eiswein: Ice Royal Riesling

Wer sich ein wenig mit der deutschen Weinnomenklatur auskennt, der weiß, dass das ein komplexes und auch sehr ernst genommenes Thema ist. Die meisten haben sicher schon von Qualitätsstufen wie Kabinett, Spätlese oder Auslese gehört. Ziemlich weit oben in der letzlich auch preislich gestaffelten Skala, da steht der Eiswein. Zusammen mit der Trockenbeerenauslese.

Die findige Norma, mein Lieblingsdiscounter, weil es dort auch viele erstaunliche, fränkische Produkte gibt, hat sich nun etwas einfallen lassen. Ein Eiswein war wohl zu teuer fürs Sortiment, deshalb hat man einen „Quasi-Eiswein“ kreiert. Hier bekommt man einen Eindruck, erst mal das Prospektblatt vom 28.11.2016.

Eiswein Ice Royal Alternative bei Norma im Prospekt

Damit man es besser erkennen kann, hier noch der Ausschnitt des, wie er so schön heißt: Ice Royal Riesling. Da fährt jemand wohl trickreich und haarscharf an der Grenze der korrekten Kennzeichnung. Die stilisierte Schneeflocke oder Eisblume tut ein Übriges zur Täuschung …