Sommerloch: Was wird aus der First Lady, wenn sie männlich ist?

Donald Trump wird die Wiederwahl zum Präsidenten der USA gewinnen. So dachten wir bis Corona. Jetzt hat der Herausforderer doch eine Chance und das Rennen ist offen. Kamala Harris steht als Vizepräsidentin auch schon bereit. Und irgendwann im 21. Jahrhundert wird es so weit sein, dass eine Frau die USA führen wird. Zur Not könnte Melania übernehmen. Das hat in Argentinien geklappt, warum also nicht auch in den USA? Die drängendste Frage dazu: Wie nennt man – falls vorhanden – den Mann der Präsidentin?

Mrs. President + ?

Mögliche Alternativen zum unangebrachten „First Lady“:

  1. First Man
    Im Englischen mit einer erdenden Bonusbedeutung versehen, denn „man“ ist ja auch gleich noch der Mensch an sich. In dieser Richtung interpretiert ist das eine Bezeichnung, die man dem „Anhängsel“ nicht wünscht. Er wird es schon schwer genug haben.
  2. First Sir
    Klingt logisch und wertig, ist es auch, wäre möglicherweise eine Frage der Gewöhnung? Wie bei lebendigen Sprachen immer: Es käme auf einen Versuch an.
  3. Top Spouse
    Perfekt durch die Zeiten verwendbar, etwas persönlicher als „The president’s husband“. Man muss nicht umlernen bei einer neuen Präsidentin, da ja immer das Richtige bezeichnet wird. Die Leserschaft um die 50 mag damit sogar „Top Gun“ assoziieren können.
  4. Der Vorname
    Robert, LeBaron, Kenny – bevorzugt der des Gatten. Wir erinnern uns, bei Bush sprach niemand von „Barbara“, sie war ja kein Buddy. Sie hieß formal korrekt „Barbara Bush“. Analog war es bei Nancy Reagan und auch bei Michelle Obama. Bei „Melania“ wurde der Respekt schon weniger, und so könnte das kumpelhaft vornamige Anreden durchaus klappen.
  5. „Herr Sauer“
    Nur als Hinweis, worauf die Wahl fallen könnte. Erinnern wir uns an den oft verfilmten Komödienklassiker „Mr. & Mrs. Smith“. Insofern wäre es logisch, wenn der Herr einfach z.B. Mr. Harris, Mr. West – Mr. Nachname – hieße.
  6. Addendum
    Ein sehr neutraler Begriff für „etwas dabei“, der durch Nüchternheit besticht. Unpersönlich und immer wieder verwendbar, auch bei schnellen Personalwechseln.
  7. Kein Titel
    Eine ganz andere Lösung ist die stille: Der Mann tritt nicht in Erscheinung, nicht mal als Charity-Gastgeber. Wer hat je einen Blick auf den Partner von Theresa May erhaschen können? Und doch gibt es ihn, er hört auf den Namen Philip John May. Da er quasi „unsichtbar“ war, brauchte er keinen extra Titel. So unauffällig käme man als Präsidentinnengatte in den USA sicher nicht davon.
  8. Father
    Super Option für die Evangelikalen: Der religiöse Touch dürfte in den USA eher Vorteil als Nachteil sein. Auf die Weise hätte man auch gleich eine Person, die auf Augenhöhe mit dem Chef im Vatikan spielt. Für Deutsche ist der Titel gut nachvollziehbar, erinnert er doch an den Landesvater und die Landesmutter, ja sogar an die deutsche Mutti am Ruder.

Vielleicht aber gibt es künftig eine ganz andere Konstellation, basierend auf dem Prinzip der Regierungsfamilie, wie von Bush zart angedeutet und von Trump ausgebaut. Die Lösung wäre so einfach wie bestechend – es gäbe eine Mrs. President und einen Mr. President.

Zu guter Letzt die einfachste Lösung:

Mrs. President + First Gentleman

Der First Gentleman. Klingt logisch und ist abgeleitet von „Ladies and Gentlemen“. Das klingt natürlich passend, aber ein großes Problem bleibt bestehen: was wird aus der Formel Flotus (First Lady of the United States? Ein Fgotus ist arg sperrig. Dann doch lieber einfach nur FG.

 

Streitfälle bei Domainnamen

Die WIPO (World Intellectual Property Organization) bietet eine Fülle von Recherche- und Informationsmöglichkeiten auf ihrer Website. Ein Bereich betrifft Streitigkeiten um Domains, also z.B. Fälle, in denen jemand Domains reserviert und damit die Markenrechte von jemand berührt. Eine typische Anwendung wäre z.B. das Reservieren der Domain und das folgende Verwenden als was auch immer oder auch das kostenpflichtige Weiterreichen an den Markeneigentümer – Stichwort Cybersquatting. Ganz so einfach ist das mit dem Geldverdienen aber nicht. „Streitfälle bei Domainnamen“ weiterlesen

Namenssysteme in Alben – Teil II: Bau + Bedeutungen

Im ersten Teil ging es um Musikalben, deren Tracknamen einem gemeinsamen Muster oder Konzept folgen, basierend auf der Nummeriererei. Heute geht es um andere Konzepte, eher morphologisch und semantisch. Es geht also ums Bauprinzip und die Bauelemente der Liedtitel sowie ihre Bedeutungen. Die klassischen monothematischen Konzeptalben wie Thick as a Brick, The Wall, Pet Sounds oder The Dark Side Of The Moon lassen wir weg. „Namenssysteme in Alben – Teil II: Bau + Bedeutungen“ weiterlesen

Farben bei Smartphones – andere Namen

Was ist das Schwierigste im Naming?
Ein internationaler Name für ein Auto?
Ein System für 50 Produkte mit Wiedererkennungswert?

Eine wirklich besondere Aufgabe ist das Banale außergewöhnlich zu machen. Etwas Unauffälliges, Nebensächliches, Selbstverständliches sprachlich so herauszuheben, dass es wahrgenommen wird, Freude bereitet und dem Verkauf hilft. Ein Beispiel dafür sind einige Namen für Farben von Smartphones. „Farben bei Smartphones – andere Namen“ weiterlesen

Der Namenswahnsinn bei Amazon – ein eigenes Universum

Bei manchen Produktkategorien auf Amazon ist die Namensvielfalt einfach nur erstaunlich. Bei Waschmaschinen fällt das dagegen gar nicht auf. Aber bei abseitigeren Kategorien mit weniger dominanten Marken, da fördert man Kurioses zu Tage. Ich habe die Kategorie der Aquariumbeleuchtung gewählt und mir die 42 Vorschlagsseiten durchgeschaut auf Namen, unter denen die Produkte angeboten werden. Im Shop bei Amazon sieht das so aus: „Der Namenswahnsinn bei Amazon – ein eigenes Universum“ weiterlesen

Netflix – Retrospektiv, hypothetisch, spekulativ

Heute mal ganz was anderes. Ein bestehender Name und die wunderbar hypothetische Frage, was die Alternativen gewesen sein könnten. Es geht um Netflix, das Streaming-Angebot aus USA.

Wofür Netflix steht? Aus der hohlen Hand heraus: für unbegrenzten Schaugenuss von Filmen und Serien „übers Internet“ (und nicht mehr per DVD in der Post, wie in den ersten Jahren). Um den jetzigen Namen einzuordnen, schauen wir uns in einem Gedankenexperiment an, was damals – vor 22 Jahren – zur Debatte gestanden haben könnte: „Netflix – Retrospektiv, hypothetisch, spekulativ“ weiterlesen